Kinderwoche 2025
Wohlbehaltene Rückkehr von der Wüstenwanderung
Vom 4. – 10. August fand die traditionelle Kinderwoche der evangelischen Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon statt. Diesmal zum Thema: «Mit Mose kannst Du was erleben». 43 Kinder und 17 Personen des Leitungsteams sind gesund und munter von ihrer abenteuerlichen Reise in der Wüste zurückgekehrt. Wie auch Moses mit den Israeliten erlebten die Mädchen und Knaben viele Herausforderungen (Workshops, Wüstentraining, Kleingruppen, Gemeinschaftsprojekt) die sie sehr gut und mit viel Freude meisterten.
Hier einige Streiflichter aus dem reichhaltigen und vielfältigen Wochenprogramm. Die KiWo 2025 begann mit einem intensiven vierteiligen Wüstentraining. Der sorgsame Umgang mit Wasser wurde geübt, indem die Kinder einen Becher mit dem kostbaren Nass über einen Parcours trugen. Die 10 Gebote der Bibel, die Mose damals erhalten hatte, setzten die Teilnehmenden in pantomimischer Form um, damit diese auch von Fremden verstanden wurden. Durch das Erlernen von Hieroglyphen waren die Kinder gut gerüstet, sollten sie Ägyptern in die Hände fallen. Da Lachen verbindet, galt es, mögliche Feinde durch eine originelle Gruppenpose zu amüsieren. Bei der originellsten Darbietung mit dem Titel «Kamel am Brunnen» wäre das auf jeden Fall gelungen.
Ein Höhepunkt der Woche waren wie immer die Workshops. Naturcollage, Spiel und Spass, Geschichten, der Barfussweg und Backen standen zur Auswahl. Kulinarisch und künstlerisch begeisterte Kinder und Betreuer vor allem der mega-grosse Kuchen «Mose durchquert das Schilfmeer». Die 3. Klässler waren in ihrer Kleingruppe von der wahren Geschichte Maria Elisas sehr beeindruckt. Die Frau hatte seit Jahren einen grossen Tumor. Immer wieder betete sie um Heilung. Durch «Zufall» wurde sie in ihrem Dorf von einer Krankenschwester der Hilfsorganisation «Mercy Ships» entdeckt. «Mercy Ships» setzt grosse Spitalschiffe ein, damit einkommensschwachen Menschen kostenlose Operationen ermöglicht werden. Die Schiffe fahren dazu an der Küste Afrikas entlang und ankern in Häfen, damit die Menschen dort zu ihnen kommen können. Die Ärzte von «Mercy Ships» retteten auch Maria Elisa ihr Leben.
Eine Erkenntnis vom Mittwoch war, dass es Mose mit den Israeliten viel einfacher gehabt hätte, wenn die Kundschafter aus Kanaan so feine Poulet-Hotdog mitgebracht hätten, wie es die Mädchen und Knaben der KiWo essen durften.
Die Suche nach Mister X, im Rahmen des Geländespiels, motivierte selbst die Kleinsten zu einer Topp-Leistung. Mädchen und Knaben machten sich mit viel Elan auf die Jagd. Drei Gruppen kreisten ihn in Wallenwil ein und konnten ihn dann aber leider aus zeitlichen Gründen doch nicht fassen. Wer Mister X sieht, der soll dies bitte dem CEVI Hinterthurgau melden. Wenn von aussen gesehen das Kirchengebäude wie bei einem Erdbeben wackelte, dann war dafür die Band mit dem Gesang der Kinder verantwortlich. Zum Beispiel beim Lied «Psalm 50,15 – REGA vom Himmel».
Leonardo da Vinci wäre vor Neid erblasst, wenn er gesehen hätte, wie die Kinder beim Gemeinschaftsprojekt die schwierigsten künstlerischen Aufgaben umgesetzt haben. Die Wüstenwanderung von Mose in einem Werkzyklus von fünf einzelnen Bildern wirklichkeitsgetreu darzustellen und trotzdem der individuellen Inspiration ihren Platz zu geben, verlangte von den involvierten Gruppen grosses Können. Eine solche Woche ohne Theater wäre wie ein Hotdog ohne Ketchup und Mayonnaise. Ergriffen verfolgten die Kinder wie Mose die Steintafeln zerbrach oder wie Kundschafter riesige Trauben aus dem Land Kanaan auf die Bühne brachten.
Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst, in dem die Teilnehmenden ihren Eltern eine Zusammenfassung des Erlebten vorstellten, ging die erfolgreiche Kinderwoche der evangelischen Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon zu Ende. Die Lebensfreude, die die Mädchen und Knaben gezeigt haben, das hoch motivierte Leitungsteam, die feinen Zvieris, das spannende und abwechslungsreiche Programm sowie das schöne Wetter sorgten für eine rundum gelungene KiWo 2025.
Urs Trüb