Hoffnung
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Annemarie Gutknecht,
Hoffnung aufbauen: Ein Laiengottesdienst in Eschlikon
Eschlikon, 9. November 2025 – Die evangelische Kirchgemeinde Eschlikon feierte heute den traditionellen Laiensonntag mit einem besonders bewegenden Gottesdienst zum Thema "Hoffnung - jetzt erst recht".
Der Gottesdienst wurde von einem engagierten Team von Menschen aus unserer Kirchgemeinde (Laien) vorbereitet und durchgeführt. Bereits beim Eintreten wurden die Besucher eingeladen, ihren aktuellen "Hoffnungs-Status" auf einem Barometer sichtbar zu machen. Dieses bildete die Stimmung zwischen "Hoffnungslos" und "Hoffnungsvoll" ab – eine momentane Bestandsaufnahme zu Beginn.
Gesehen werden im Leid
Erlebtes prägte den Gottesdienst am Anfang: Eine Mitwirkende teilte in einem persönlichen Erfahrungsbericht ihre Reise durch ein Burnout, den Neustart und durchkreuzten Plänen. Dies unterstrich die Relevanz des Themas: Hoffnung ist nicht theoretisch, sondern wird in den Brüchen des Lebens gesucht und gefunden.
Die biblische Vertiefung erfolgte anhand der alttestamentlichen Geschichte von Hagar aus dem 1. Buch Mose (Kapitel 16). In einer Abfolge von Lesung und Lied ("Kleine Münze Hoffnung") wurden die Zuhörenden in die ausweglose Situation der ägyptischen Magd versetzt.
Auf ihrer Flucht in die Wüste erscheint Hagar "der Engel des Herrn".
Dieser fragte Hagar: «Woher kommst du, wohin gehst du». Sie beantwortete nur den ersten Teil der Frage. Hagar wurde vom Engel zurückgeschickt zu Sarai und dennoch erfuhr sie Trost und erhielt eine Zukunftsverheissung für ihren Sohn Ismael. Sie nannte Gott daraufhin El-Roi: "Der Gott, der nach mir sieht".
In der anschliessenden kurzen Auslegung wurde betont, dass die Kernbotschaft der Geschichte in der Erfahrung liegt: Gesehen zu werden. Auch wenn sich die äusseren Umstände nicht sofort ändern, schenkt die Begegnung mit dem Gott, der jeden Einzelnen in seiner Not sieht, neue Zuversicht und eine neue Perspektive – ein wichtiges Fundament, um Hoffnung aufzubauen.
Unter dem Kreuz und zu Füssen des auferstandenen Jesus (Kirchenfenster) lag ein kleines "Give-away": Kleine Karten mit der Aufschrift "Du bist ein Gott, der mich sieht". Die Körbchen mit den Karten wurden in einer stillen Zeit durch die Bänke gereicht und jeder durfte sich eine davon als Erinnerung nehmen.
Beim Kirchenkaffee erwarteten die Gottesdienst-Besuchenden ein "Hoffnungsträger" in Form eines Tropfens, Sie waren gedacht zum Mitnehmen und Weiterschenken, ganz im Sinne eines aktiven, geteilten Glaubens.
Der Laiensonntag in Eschlikon war somit ein kraftvolles Zeugnis dafür, dass Hoffnung Trost spendet, den Blick nach vorne richtet und aktiv von jedem Gemeindeglied mitgetragen wird. Die Botschaft hallte wider: Gott sieht uns – das ist der Grund unserer Hoffnung.
Die Musik hat das Thema des Gottesdienstes wunderbar ergänzt und umrahmt.
AG