Versöhnung
Bild10-frieden (Foto: Egon Graf)
"Wie auch wir vergeben."
Annemarie Gutknecht,
Sonntag, 19. April 2026
Im gut besuchten Gottesdienst wurden eindrückliche Einblicke in die Arbeit der Missionsgesellschaft am Nil vermittelt. Unsere Kirchgemeinde unterstützt diese immer wieder – so auch 2026.
Die 1900 gegründete, in der Landeskirche verwurzelte Organisation, ist heute in sechs Ländern entlang des Nils tätig. Aus der Mission durch Christen aus Europa, entstand ein Werk, das inzwischen 9 Projekte partnerschaftlich unterstützt, die von Einheimischen geleitet und verantwortet werden. So können diese Menschen vor Ort mit unserer Hilfe Nöte wenden und nachhaltige Entwicklungen fördern und damit beitragen, dass viele in ihrer Heimat eine bessere Zukunft haben. Grösste Schwierigkeit ist die politischen Unsicherheiten in den Ländern. Gottes Wort weist den Weg: Seine Werte verändern die Denkweise, die nötig ist Bildung als Chance für die ganze Gesellschaft zu sehen und einen Weg zum friedlichen Miteinander zu finden.
Der Referent Egon Graf hat uns besonders anschaulich Projekte aus Äthiopien vorgestellt:
Bildung und Existenzsicherung
Das Misrach Center entstand aus der Initiative eines blinden Mannes, der anderen Bedürftigen helfen wollte. Heute ist daraus ein lebendiger Ort der Hoffnung geworden: Über 50 Mitarbeitende und zahlreiche Heimarbeitende sind dort tätig. Ein Thurgauer Schreiner hat seinen Zivildiensteinsatz dort in der Werkstatt gemacht hat. Viele der Lehrlinge sind gehörlos, was eine besondere Herausforderung ist.
Trotz Herausforderungen entstehen echte Zukunftsperspektiven. Ein Lehrling bringt es auf den Punkt, «dass jemand an uns glaubt, gibt viel Kraft. Vor allem glaubt Gott an uns und will uns Zukunft geben.»
Auch ein Sozialteam ist unterwegs und bringt in Armut lebenden Menschen das Nötigste so etwa Kleider, Geld und Speiseöl. Manchmal ist es auch möglich mit den Menschen zu beten. Diese freuen sich jeweils sehr über die geistliche Ermutigung.
Unterstützt werden Aktivitäten, die das Ziel haben, dass die Menschen während des ganzen Jahres, Zugang zu ausreichender und gesunder Nahrung haben. Schwerpunkt ist zum Beispiel organische Landwirtschaft.
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Gesundheit
Die Walga-Klinik ist für viele Menschen im ländlichen Gebiet ein lebenswichtiger Anlaufpunkt.
Im Notfallzimmer, dem Labor und der Apotheke ist rund um die Uhr jemand da. So können die Menschen, wie bei uns in der Hausarztpraxis medizinisch versorgt werden. Die Herausforderungen sind gross und umfassen etwa Epidemie-Ausbrüche von Malaria, Cholera Ausbrüche und Masern.
Besonders wertvoll: Frauen können im Geburtshaus kostenlos entbinden und erhalten zugleich wichtige Unterstützung für den Start ins Familienleben.
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Friedensarbeit
Wie zerbrechlich Zusammenleben sein kann, zeigt das Nono-Gebiet: Nach ethnischen Konflikten wurden Nachbarn zu Feinden. Doch Versöhnung ist möglich. In Trainings wurden in den letzten Jahren rund 18'000 Menschen ermutigt und befähigt, neue Wege des Miteinanders zu gehen – getragen vom christlichen Glauben.
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Im Gottesdienst wurde spürbar, was die Predigt zur «Unser Vater»-Reihe aufgriff: «Wie auch wir vergeben».
Vergebung, Versöhnung ist nicht nur dort im fernen Afrika eine Herausforderung, sondern auch ganz nahe, hier im Dorf, in unserer Kirchgemeinde, in unseren Familien, im Alltag.
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Informationen über Anliegen und Projekte, Geschichten und Anlässe erhält man über die Zeitschrift "Wasserquelle", oder über einen Newsletter, oder für Gebetsgruppen einen Gebetsbrief, alles bestellbar unter info@nilemail.org oder 044 767 9090.
Einige Projekte bieten die Möglichkeit, mit einem Kurzeinsatz als Volontär/in, oder Zivi seine Gaben einzubringen und Freundschaften zu knüpfen. Auch Projektreisen werden gelegentlich angeboten.