Annemarie Gutknecht

Feierlicher Gottesdienst, Rechnungsüberschuss und Abschied

b07-sw (Foto: Stefan Wüthrich)

Würdigung von Heinrich Krauer
Annemarie Gutknecht,
Gottesdienst in der Kirche in Eschlikon
Pfarrerin Susanne führte durch den Gottesdienst, Pfarrer Jürg Buchegger brachte uns die Worte aus dem Unser-Vater-Gebet «Und führe uns nicht in Versuchung» näher.
Überlegungen brachten Pfarrer Jürg Buchegger während den Vorbereitungen dazu, dass er über das Thema «Versuchung» predigt, allerdings etwas weiter gefasst. Im Brief an Jakobus 1,13 heisst es: «Niemand
sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen und er selbst führt niemanden in Versuchung.» Wie sollen wir denn die Worte aus dem Unser-Vater-Gebet verstehen?
Das Wort «Versuchung» aus dem Griechischen genau übersetzt heisst: Prüfung, Anfechtung. Es gibt in der Bibel zahlreiche Beispiele, die davon erzählen, wie Menschen, ja sogar das ganze Volk Israel von Gott versucht oder eben geprüft wurden. Ein Beispiel ist die Erzählung von Abraham, der sich auf den Weg machte, seinen einzigen Sohn zu opfern. Er erfährt, dass es Gott nicht um dieses einzelne Opfer ankommt, sondern um Gottes Plan mit uns Menschen.
Gott prüft, testet Menschen immer mal wieder, um zu sehen ob es seinen (Gottes) Liebsten wirklich um ihn geht oder nur ein Lippenbekenntnis gemacht wird. Eindrückliche Worte, die zum Weiterdenken anregen.
Musikalisch gestaltete auch ein Projektchor – etwa 20 Sängerinnen und Sänger – diesen feierlichen Gottesdienst. Danke Susanne, dass du interessierte Menschen etwa zweimal im Jahr einlädst zum Singen und Mitwirken in einem Gottesdienst. Wunderbar, wie du es so schaffst ganz verschiedene Werke mit jüngeren und älteren Menschen zu einem Wohlklang zu bringen.
Wir dürfen uns am nächsten Sonntag auf den Start einer neuen Predigtreihe freuen. Sie wird Lieder und Leben von Paul Gerhardt zum Thema haben.
Nach diesem stimmigen, feierlichen Gottesdienst ging es weiter mit der Kirchgemeindeversammlung.

Eschlikon, 31. Mai 2026 Rechnungsgemeinde.
Präsident Heinrich Krauer durfte 67 Mitglieder unserer Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon zur Versammlung begrüssen. Es war die letzte Versammlung, durch die er geführt hat. Ab 1. Juni 2026 übernimmt Daniel Stahl dieses Amt.
Schwerpunkte der Versammlung bildete die Jahresrechnung 2025 und die Verabschiedung von Heinrich Krauer. Stefan Wüthrich, unser Kirchenpfleger hat den Anwesenden die vielen Zahlen super vorgeführt und gut erklärt. Er tat dies mit Hilfe von einem KI generierten Bild der Kirche Eschlikon aus Bachsteinen.
In einem anderen Bild - einem Glas mit verschiedenen Füllmengen - veranschaulichte er das Gleichgewicht von Budgetierung und Rechnung. So erklärt versteht nun jeder, weshalb es immer wieder kleine oder grössere Unterschiede gibt zwischen dem erstellten Budget und der abschliessenden Rechnung.
Zur Illustration der Gewinnverwendung (Fr. 84’953.-) zeigte Stefan Wüthrich Fotos: Ein undichtes Fenster im hinteren Teil der Kirche in Eschlikon und die veraltete, energieverbrauchende Saalbeleuchtung in Münchwilen.
Mit dem Rest des Gewinnes werden für die Abschreibungen der beiden Kirchenzentren in Münchwilen und Eschlikon eingesetzt. Dies ist darum sinnvoll, weil der Aufwand in den kommenden Jahren gesenkt werden kann und gleichzeitig mit weniger Steuer-Einnahmen zu rechnen ist.
Die Gewinnverwendung und die Rechnung wurden diskussionslos und einstimmig genehmigt.

Informationen zu Änderungen und Neuerungen
Diakon Remo Rüegg informierte über die Neuerungen bei den Sonderwochen für Kinder und Jugendliche (Kinderwoche in Eschlikon, Musical in Münchwilen, Konfirmanden Lager und regionales Jugendlager). Die entsprechenden Informationen werden zu gegebener Zeit im Kirchenbote und auf der Website publiziert.

Abschiedsworte, Geschenk und «Stabübergabe»
Adrian Stutz würdigte mit eindrücklichen Worten und Fakten die Amtszeit von Heinrich Krauer als Präsident. Er schilderte seinen Weg vom Mitglied in die Kirchenvorsteherschaft, und danach zum Präsidenten. Geprägt war diese Amtszeit durch seine ruhige Art auch in turbulenten Zeiten, seiner Offenheit, seinem unermüdlichen Einsatz, der weit über sein Pensum hinaus ging.
Zitate aus der Rede von Adrian Stutz: «Was ist ein Kirchenpräsident? Man könnte meinen das ist doch einfach klar. Ich will es mal in biblischen Worten ausdrücken. Du bist Brautführer! Jürg Buchegger hat es diese Woche, am letzten Bibelabend zur Offenbarung betont. Die Gemeinde ist die Braut von Jesus. Wir sind eine Braut. Wir sind Jesu Braut. Die Hochzeit ist noch nicht im Gange. Aber die Vorbereitungen dazu laufen. Wir sind noch nicht fertig geschminkt und geschmückt. Wir sind noch nicht perfekt. Aber wir geben uns Mühe. Und das in der Gewissheit der Hilfe Gottes und der Erwartung, dass unsere endgültige Perfektion unser Bräutigam Jesus selbst schaffen wird.
Und was ist ein Brautführer konkret? Was war Heini unser Brautführer konkret? Du hast viele Sitzungen vorbereitet und geleitet: 108 KIVO-Sitzungen. Du warst bei keiner krank oder abwesend. 18 Gemeindeversammlungen, diverse Sitzungen der Aufsichtskommission und der Pfarrwahlkommission. An vielen Konvent-Sitzungen hast Du teilgenommen; zum Teil in der Rolle als Vermittler. Und Du hast unzählige kleinere Meetings und bilaterale Gespräche auch Mitarbeitergespräche geführt.
Du hast 20 Personalwechsel miterlebt; von Kirchenvorsteherschaft über Mesmer bis Diakon und Pfarrer. Die Katechetinnen nicht einmal mitgezählt.»

Etwas später sagt Adrian Stutz: «Dein zeitlicher Einsatz liegt nach den Indizien, die mir vorliegen sicher über einem 50% Arbeitspensum. Und das bei einer moderaten Entschädigung. Man könnte auch von einem «Löhnli» reden. Wir danken Dir dafür. Und sagen auch ganz einfach «Vergelts Gott».
Dank Dir Heini ist Ruhe in die Kirchgemeinde gekommen, Du hast vermehrt Struktur und Ordnung geschaffen.»

Gegen Schluss der Rede hören die Anwesenden: «Glaube war wichtig. Du hast aber nicht gross darüber gesprochen. Aber in entscheidenden Momenten hat man es gemerkt. Zum Beispiel bei der Vorstellung in der Botschaft vor 9,5 Jahren. Oder bei Vorstellungsgesprächen mit möglichen Pfarrpersonen. Oder jetzt wieder in der Botschaft an die Synodalen für die Wiederwahl in die GPK der Synode. Zusammenfassend kann man sagen: Du hast die Kirche geprägt. Aber auch: und sie hat Dich geprägt. Es ist nicht alles spurlos an Dir vorüber gegangen. Mit mehr als 10 Jahren Verspätung gönnen wir Dir von Herzen die Pensionierung.
Wir wünschen Dir Heini eine ruhigere Zeit. Und dass Silvia nicht mehr so zu kurz kommt wie in den letzten 9 Jahren. Sie freut sich sicher darauf, wenn Du auch mit ihr wieder mehr Zeit hast. Auch Deine vier grossen Kinder mit Anhang und Deine Enkelkinder freuen sich sicher auf mehr Zeit mit Dir.
Und Euer Hund Paillasse wird sich freuen, wenn er nicht mehr so viel in ein Zimmer eingesperrt wird, nachdem er den Besuch auf seine Art begrüsst hatte, die Du nicht angemessen empfandest.»

Das überreichte Geschenk soll für schöne Momente und ein dankbares Zurückschauen sorgen.
Mit grossem Applaus und Standing Ovation wurden die Worte von Adrian Stutz untermauert.
Abgeschlossen hat Adrian Stutz mit begrüssenden Worten an unseren neuen Präsidenten Daniel Stahl, einem Gebet und je einem persönlichen Segen für Heinrich Krauer und Daniel Stahl.

Auch in diesem Jahr waren alle Anwesenden nach der Versammlung zu einem Apéro riche eingeladen. Das Angebot wurde rege genutzt.
Danke allen Beteiligten, die an diesem Tag in verschiedenster Funktion zum guten Gelingen beigetragen haben.

Für die Kirchenvorsteherschaft
Annemarie Gutknecht, Ressort Öffentlichkeitsarbeit
Bereitgestellt: 03.06.2026      
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